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Canon LEGRIA HF20

Canon LEGRIA HF20
Seite 6

Zusammenfassung Bedienelemente



• Der Auto-Modus ist hervorragend
• Keine vollmanuelle Einstellung der Belichtung möglich, aber Blenden- und Zeitautomatik erlauben zumindest etwas individuelle Kontrolle
• Mehr Farb- und Bildfunktionen als die meisten Camcorder, aber die Menüoption Costum-Effekt ist nicht effektiv genug
• Ein 15-facher optischer Zoom – das ist besser als die meisten Vergleichsmodelle
• Mehrere Langzeit-Shuttermodi
• Alle manuellen Bedienelemente werden über den Joystick kontrolliert. Das ist manchmal etwas umständlich


Automatische Aufnahmen (9,13)

Die meisten Leute verlassen sich beim Filmen und Fotografieren ganz auf die Automatik und selbst erfahrene Benutzer ändern ihre Einstellungen kaum manuell. Die Hersteller der Canon HF20 haben diese Tatsache erkannt und ihren Camcorder dementsprechend ausgestattet. Blende und Verschlusszeit können zwar weiterhin manuell eingestellt werden, aber die meisten von uns sind mit den Aufnahmen viel zu beschäftigt, um sich darüber Gedanken zu machen.


Der Auto-Modus bei der HF20 wird Dual Shot Modus genannt, bildlich dargestellt durch einen grünen Camcorder und einer grünen Fotokamera. Die Umbenennung ist etwas verwirrend und viele Benutzer werden bestimmt erstmal nach den Auto-Modus suchen müssen. In der Einstellung Dual Shot übernimmt der Camcorder automatisch alle wichtigen Einstellungen, so dass der Anwender sich völlig aufs Filmen oder Fotografieren konzentrieren kann.

Die HF20 hat zwei Autofokus-Modi: Instant und Normal AF. Instant AF ist ein Feature, dass nur Canon anbietet. Mithilfe eines zusätzlich extern angebrachten Hochgeschwindigkeits AF-Sensors erkennt der Instant Autofokus Positions- und Abstandsänderungen sehr schnell und präzise. Wechselt man das Motiv, springt der Fokus sofort um, statt langsam auf das neue Motiv scharfzustellen. Wer den traditonellen Look vorzieht, sollte in Normal AF aufnehmen. Beide AF-Modi sorgen für eine präzise Scharfstellung – der Unterschied liegt in der Ästhetik.

Großes Aufheben wird um die Gesichtserkennung gemacht, die auf ein ausgewähltes Gesicht so lange wie möglich scharf stellt, selbst wenn sich die Person bewegt. Die Canon HF20 kann bis zu 35 Gesichter im Bild erkennen. Bis zu neun Gesichter können angeblich gekennzeichnet werden. In unseren Tests hat er nie mehr als ein paar Gesichter geschafft und außerdem Schwierigkeiten mit abgewendeten oder halb verdeckten Gesichtern gehabt. Hatte er jedoch erstmal eine Person erkannt, dann sorgte die Gesichtserkennung für präzise Scharfstellung und Belichtung.

Der Dual Shot Modus sorgte auch für einen guten Weißabgleich und eine präzise Belichtungsautomatik. Die verschiedenen Weißabgleich-Funktionen bieten eine große Auswahl an Einstellmöglichkeiten. Der Camcorder hat außerdem eine automatische Gegenlicht-Korrektur, die man manuell zuschalten kann.

Im Angebot ist auch eine automatische Belichtungsverzögerung (eine langsamere Verschlußzeit), die man über das Menü an- oder ausschalten kann. Ist die Belichtungsverzögerung ausgeschaltet, liegt die Verschlußzeit nie unter 1/60s. Mit Belichtungsverzögerung kann sie auf bis zu 1/30s fallen – je nachdem wie schlecht die Lichtbedingungen sind. Wir empfehlen, einen Bogen um diese Funktion zu machen – es sei denn man mag verwackelte Aufnahmen. All unsere Test wurden ohne Zuschaltung der Belichtungsverzögerung durchgeführt.

Lowlight-Modi
Für schlechte Lichtbedingungen hat die Canon HF20 keinen besonderen Modus entwickelt. Für das Filmen oder Fotografieren an dunklen Orten gibt es allerdings eine kleine Videoleuchte, die sich rechts vom Objetiv, gleich unter dem Blitz befindet. In den Motivprogrammen findet sich noch die Einstellung „Nacht", in der sich die Belichtungsszeit auf bis zu 1/2s verlängert.

Motivprogramme
Die Canon HF20 hat die übliche Auswahl an Motivprogrammen: Porträt, Sport, Nacht, Sunset, Spotlight und Feuerwerk. Für jede Spezialszene hat die Kamera vorprogrammierte Einstellungen, um das Motiv optimal auszuleuchten. Wie sinnvoll das ist, hängt vom Benutzer ab. Für Einsteiger oder Benutzer, die sich erst an die Kamera gewöhnen wollen, ist das eine durchaus sinnvolle Einrichtung.


Zoom (7,0)

Das Zoom wird an der HF20 mit einem Zoomregler oben auf der Kamera bedient. Er ist leicht mit dem Zeigefinger erreichbar. Der Zoom lässt sich außerdem mit den Abspieltasten unterhalb des LCD-Bildschirms regeln. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man aus einer ungewöhnlichen Position heraus filmt oder den Camcorder gern mit zwei Händen hält. Beim Zoomen erscheint oben links auf dem Bildschirm ein Balken, der die ungefähre Position des Zooms anzeigt. Leider gibt es keine Mess-Skala, an der man den Zoombereich exakt ablesen und bestimmen kann.

Toll ist, dass die HF20 drei konstante und eine variable Zoomgeschwindigkeit anbietet. Mit der langsamsten Geschwindigkeit dauert es circa 22 Sekunden vom Weitwinkel zum 15-fachen Zoom. Mit der schnellsten Einstellung dauert es nur sechs Sekunden. Die Einstellung „variabel" erlaubt eine individuelle Geschwindigkeits-Kontrolle (per Fingerdruck).

Der Zoomregler der HF20


Zoombereich (5,29)

Die HF20 hat einen 15-fachen optischen Zoom – das ist für einen kompakten HD-Camcorder ziemlich gut. Die Sanyo VPC-HD2000 und die Canon HF S100 haben jeweils nur einen 10-fachen optischen Zoom. Die Canon HF11 und die Sony HDR-XR520V haben einen 12-fachen Zoom und die Panasonic HDC-HS20 hat einen 16-fachen Zoom. JVC hat ein paar Modelle mit einem 20-fachen optischen Zoom (zum Beispiel der GZ-HD320). Natürlich hat die HF20 auch einen digitalen Zoom (300-fach). Wir raten jedoch generell vom Gebrauch des digitalen Zooms ab, da er die Bildqualität stark beeinträchtigt.

Zoom im Vergleich
Weitwinkel Mittlerer Zoom 10x Zoom

Fokus (4,0)

Der Fokus lässt sich an der HF20 auch manuell einstellen. Diese Funktion befindet sich zusammen mit anderen manuellen Bedienelementen im Joystick-Menü. Wird der Joystick nach oben oder unten gedrückt, erscheinen auf der rechten Seite des Bildschirms die Menüoptionen (die so genannte Joystick-Übersicht). Wählt man Fokus an, erscheinen auf dem Bildschirm unten rechts zwei Symbole.

Die manuellen Fokussiereinstellungen
sind umständlich

Um manuell scharf zu stellen, muss der Joystick nun entweder nach rechts oder nach links bewegt werden. Diese Fokussiereinstellung hat mehrere Mängel. Zum einen gibt es wieder keine Mess-Skala. Man hat keine Ahnung, in welchem Schärfebereich man sich befindet. Zum anderen lässt sich die Schärfe mit dem winzigen Joystick kaum präzise und zuverlässig einstellen. Die Canon HF S100 – die 'große Schwester' der HF20 – hat vorne am Camcorder ein kleines Funktionsrad, mit dem das Fokussieren ein Vergnügen ist.

Canon bietet allerdings auch bei der HF20 eine Fokushilfsfunktion an. Mit dieser Funktion wird das in der Mitte des Bildschirms erscheinende Bild vergrößert, um das manuelle Scharfstellen zu erleichtern. Das Vorjahresmodell HF11 hat diese Fokushilfe auch schon.


Belichtungseinstellungen
-11 bis +11 (insg. 23 Stufen)
Blendeneinstellungen
f/1.8, f/2.0, f/2.4, f/2.8, f/3.4, f/4.0, f/4.8, f/5.6, f/6.7, f/8.0
Belichtungszeiten
Im Modus Belichtungsautomatik (50i Bildfrequenz):
1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/100, 1/250, 1/500, 1/1000, 1/2000
Im Modus Belichtungsautomatik (25p Bildfrequenz):
1/6, 1/12, 1/24, 1/48, 1/60, 1/100, 1/250, 1/500, 1/1000, 1/2000
Weißabgleicheinstellungen
Auto, Tageslicht, Schatten, Wolkig,  Kunstlicht, Leuchtstoff und Leuchtstoff H
Lichtverstärker-Einstellungen
Keine

Belichtung (8,3)

Der Belichtungsausgleich wird ebenfalls in der Joystick-Übersicht aufgeführt. Hier bietet Canon zum ersten Mal eine „Belichtungsstellenanzeige" ab. Die HF20 hat 23 Belichtungsstufen in einer Skala von -11 bis +11. Bei manueller Einstellung stehen unter Umständen weniger Belichtungsstufen zur Verfügung.

Es gibt insgesamt 23 Belichtungsstufen


Blende (6,5)

Der HF20 erlaubt es auch, den Blendenwert selbst zu bestimmen (zu finden unter AV im Menü). Allerdings stellt die Kamera dann die Verschlusszeit automatisch ein – eine vollmanuelle Einstellung von Blende und Verschluss erlaubt der Camcorder nicht. Die Blendeneinstellungen reichen von f/1,8 bis f/8.

Die manuelle Änderung des Blendenwerts ist einfach und die Navigation mit dem Joystick problemlos. Auf dem LCD-Bildschirm wird der ausgewählte Blendenwert mit einem Balkendiagramm angezeigt. So weiß man immer, welche Blende ausgewählt wurde. Das macht das Ganze wesentlich einfacher – verglichen mit der minimalistischen Bildschirmanzeige des Sanyo VPC-HD2000.

Das Balkendiagramm erleichtert die
Einstellung des Blendenwerts


Belichtungszeit (6,6)

Die Belichtungsautomatik (zu finden unter TV im Menü) ist das Äquivalent zur Blendenautomatik (s.o.). Hier wird die Verschlusszeit der HF20 manuell eingestellt (von 1/18s bis zu 1/1000s), während der Camcorder die Blende automatisch bestimmt. Das System benutzt das gleiche Display wie bei der Blendenautomatik, was das ablesen und justieren vereinfacht.

Bei vielen Camcordern kann die Verschlusszeit nicht unter 1/30 Sekunde eingestellt werden. Die Canon HF20 bietet gleich zwei sehr langsame Belichtungszeiten an (1/18s und 1/15s). Wir mögen diesen Ansatz von Canon, da die manuelle Bedienungsmöglichkeiten vor allem für Filmstudenten und Professionelle Filmer weit wichtiger sind als Belichtungsverzögerungen.Die Shutterzeit lässt sich sogar auf 1/2s verlängern, dies jedoch nur für den Nacht-Modus und wird automatisch eingestellt.

Beträgt die Bildfrequenz 25 Bilder pro Minute, bietet der Camcorder noch andere Belichtungszeiten an. Eine komplette Liste der Verschlusszeiten ist in der obigen Tabelle zu finden.

Der Shutter kann in der Belichtungs-
automatik  eingestellt werden


Weißabgleich (9,5)

Canon bietet die üblichen Weißabgleichseinstellungen an: Automatik, Tageslicht, Schatten, wolkig, Kunstlicht, Leuchtstoff und Leuchtstoff H. Das ist eine gute Auswahl, besonders im Vergleich zum Sanyo VPC-HD2000 und den meisten Sony Camcordern. Es gibt auch einen manuellen Weißabgleich, der überaus einfach zu benutzen ist. Einfach den Camcorder auf eine weiße Fläche richten, den Set-Knopf drücken. Fertig.

Die HF20 hat sieben
Weißabgleichseinstellungen


Lichtverstärker (0,0)

Der Gain kann bei der HF20 nicht selbst regeln. Die Canon HFS100 bietet eine begrenzte Gain-Funktion an und beim Sanyo VPC-HD2000 kann der Benutzer die ISO-Empfindlichkeit im Videomodus einstellen. Panasonic ist der einzige Hersteller, der Benutzern Zugriff auf Gain-Kontrolle ermöglicht – aber nur bei einigen Modellen.


Farb- & Bildfunktionen (9,0)

Über die Funktion Bildeffekte kann bei der HF20 unter vier Bildfunktionen ausgewählt werden (kräftig, neutral, gering schärfen, Hautton soften). Außerdem kann man über die Menüoption „Costum-Effekt" Farbtiefe, Helligkeit, Kontrast und Konturenschärfe individuell verändern. Eine tolle Idee, aber leider lassen sich die Werte nur um +/-1 verstellen. Wenn diese Funktion sinnvoll sein soll, muss das erweitert werden.

Die Funktion Bildeffekte
Darüber hinaus unterstützt die HF20 auch den erweiterten Farbraum xvYCC (die Funktion wird x.v. Color genannt). Allerdings braucht man beim Abspielen des Filmmaterials einen xvYCC-tauglichen Fernseher, sonst sehen die Farben genauso aus wie immer.
Farb-/Bildfunktion Beschreibung
Bildeffekte 4 Voreinstellungen: Kräftig, Neutral, gering Schärfen und Hautton soften
Custom-Effekt Einstellung von Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farbtiefe
x.v. Color Für Aufnahmen im erweiterten xvYCC Farbraum

Sonstige Bedienelemente (1,0)

Es gibt ansonsten keine wirklich erwähnenswerten manuellen Bedienelemente. Die Bildschirmmarkierungen helfen beim Aufnehmen von Video und Fotos. Es gibt außerdem einige Audio-Features (Audiopegel, Mikrofondämpfung und Windschutz), auf die wir im Abschnitt Audio genauer eingehen.

Funktion Beschreibung
Bildschirmmarkierung Auf dem Bildschirm erscheinen Linien, die beim Einfassen der Motive helfen. Einstellungsmöglichkeiten: Eine horizontale Linie mit einer Markierung in der Mitte oder ein Gitter mit vier sich überschneidenden Linien. Beide können weiß oder grau dargestellt werden.
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