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Die besten getesteten Camcorders

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Zusammenfassung Bedienung & Handhabung
• Aufgrund der wirren Menüs und des klobigen Designs nicht einfach zu nutzen
• Das MiniDV-Band macht den Camcorder zu einem der größten, derzeit erhältlichen
• Optischer Bildstabilisator funktionierte nicht sehr gut im Test
• Das mitgelieferte Akku hat eine gute Laufzeit
• Hat sowohl LCD-Bildschirm als auch Sucher, aber der Sucher ist schlecht umgesetzt
Fotofunktion (Seite 9 von 16) Wiedergabe & Anschlüsse

Benutzerfreundlichkeit (5,25)


Aufgrund der Klobigkeit und wegen des komplexen Menüs ist die Nutzung der HV40 schwieriger als die meisten anderen Camcorder auf dem Markt. Natürlich darf nicht vergessen werden, wie einfach die Aufnahmen auf Band sind. Aber das hantieren mit Speicherkarten und Festplatten gehört Heute für viele zum Alltag. Und, seien wir doch mal ehrlich: Die Übertragung von Band auf den Computer ist wesentlich schwieriger als von einer Speicherkarte.

Für die Vollautomatik, die sorgfältige und gut geschriebene Bedienungsanleitung (beides vor allem für Anfänger sehr geeignet) bekommt Canon ein dickes Lob. Leider hat der Camcorder selbst aber keine Hilfsfunktion oder Informationsbox innerhalb des Menüs. Damit sind die Antworten über so manche Funktionen eher schwierig aufzufinden und Schwierigkeiten bei manuellen Einstellungen vorprogrammiert. Der Camcorder hat ein schwieriges und veraltetes Menüdesign, das Canon – Gott sei Dank – bei den anderen 2009 Modellen verbessert hat. Selbst für Profis ist das Joystickmenü der HV40 weder einfach zu bedienen noch zu erklären. Zum Glück sind die restlichen Menüs der HV40 nicht ganz so umständlich, aber keines ist verständlich oder einfach zu steuern. Ganz zu schweigen von der Anzahl der Menüs. Der Camcorder hat zu viele und das Auffinden von Funktionen ist mühsam.

Handhabung (6,25)


Die Handhabung der HV40 unterscheidet sich erheblich von der, der Flash-Camcorder von Canon. In erster Linie liegt das am MiniDV-Kassettendeck, das sich auf der rechten Seite befindet. Das verändert das gesamte Design und die Griffigkeit des Camcorders. Ohne Spielereien wie z.B. eine schicke LCD-Einfassung, oder einem tollen Lasertouch-System, sieht der Camcorder ein bisschen altmodisch aus. Das ist nicht unbedingt schlecht. Es gibt viele, die das wuchtige Design und das herkömmliche Layout der HV40 bevorzugen. Die in die LCD-Einfassung eingebetteten 'Membrantasten' mögen wir trotzdem nicht. Sie sind unempfänglich und müssen oft sehr fest gedrückt werden bis sie reagieren. Das war etwas, dessen Neuverarbeitung wir bei den Modellen HF S100, HF S10 und HF S11 sehr gerne gesehen haben. Die HF S-Modelle von Canon haben außerdem die besseren Halteriemen, sind schicker und kompakter als die HV40.

Die Form der HV40 ist unangenehm

Leider hat die HV40 noch mehr Macken, die Canon vermeiden hätte können. Zum einen kann der Sucher weder ausgefahren noch gedreht werden, er ist unbeweglich. Damit zu arbeiten ist sehr schwierig und nervenaufreibend, besonders wenn ein großes Akku im Camcorder ist (das kann die Sicht durch den Sucher blockieren). Das wäre auch kein Problem, wenn die HV40 einen super LCD-Bildschirm hätte. Stattdessen hat Canon dem Camcorder einen 2,7 Zoll Bildschirm mit einer dürftigen Auflösung von 211.000 Pixel verpasst. Die Kapazität für einen größeren Bildschirm mit mehr Auflösung hat die HV40 allemal – genauso wie die etwas sperrige Sony HDR-XR520.

Von vorne ist kaum ein Unterschied zu anderen Camcordern zu
bemerken, auch wenn die rechte Seite definitiv sperrig ist.

Auch das Design der Knöpfe und deren Platzierung ist bei der HV40 nicht ganz gelungen. Der Camcorder hat nicht allzu viele Knöpfe, und die meisten sind praktischerweise auf der Rückseite angebracht (und in Reichweite des Daumens). Uns ist aber aufgefallen, dass der Daumen während der Aufnahme oft mal versehentlich an den Joystick kommt. Das liegt daran, dass die beiden Tasten gleich nebeneinander liegen, und der Daumen sich ganz natürlich auf den Joystick legt. Keine große Sache, aber Canon hat dem Joystick einige Funktionen zugewiesen (und sogar ein eigenes Menü). So kann es passieren, dass man den Joystick versehentlich drückt und eine der Funktionen einstellt statt aufzunehmen.

Die meisten Tasten sind in 'Daumenreichweite' auf der
Rückseite des Camcorders angebracht

Für manuelle Einstellungen eignet sich der Joystick zwar eher weniger, ist aber besser als ein LCD-Touchscreen oder JVCs Lasertouch-System. Canons Joysticks sind immer gut ausgeführt und sind groß genug um einigermaßen genaue Einstellungen vorzunehmen. Vorne hat der  Camcorder auch ein Wahlrad, das aber nur für die Scharfstellung von Motiven verwendet werden kann. Dieses Wahlrad ist nicht sonderlich gut, hauptsächlich weil es zu klein ist und schwierig zu fassen ist. Die HF S-Modelle haben ein besseres Wahlrad (größer und einfacher), dem eine ganze Menge an Funktionen zugewiesen werden kann, unter anderem Belichtung, Fokus, Assistfunktionen usw. Die Sony HDR-XR520 hat ein noch besseres Wahlrad. Die Panasonic HDC-HS300 und SD300 haben jeweils einen Objektivring, das für das Einstellen verschiedener Funktionen benutzt werden kann.

 
Mit dem Wahlrad vorne kann man nur den Fokus einstellen...   ... mit dem Joystick steuert man durch die Menüs und stellt verschiedene Funktionen ein.


Stabilisator (0,54)


Obwohl die Canon HV40 einen optischen Bildstabilisator (OIS) hat, hat der Camcorder in unserem Test schlecht abgeschnitten. Natürlich macht der OIS einen Unterschied, aber die Ergebnisse zeigen, dass der Bildstabilisator der HV40 nicht so effektiv ist wie der anderer Camcorder, vor allem bei unserem Test mit großer Erschütterung.  (So testen wir Stabilisatoren)

Canon HV40 Effektivität Bildstabilisator
7 % Korrektur bei geringer Erschütterung (oben)

0 % Korrektur bei großer Erschütterung (unten)

Im Test bei geringem Schwankungen hat die HV40 mit Hilfe des OIS etwa 7 % der Verwackelungen reduzieren können. Das ist überhaupt nicht gut, in Anbetracht der Bauweise und des Gewichts der HV40 (was sie eigentlich stabiler machen sollte). In unserem Test bei großer Erschütterung hat die HV40 sich überhaupt keine Verbesserung gezeigt, trotz Bildstabilisator. Diese schlechten Ergebnisse sind mit denen der HF S-Modelle von Canon vergleichbar. Die Sony HDR-XR520 dagegen hatte eines der besten Stabilisierungssysteme, die wir bisher getestet haben. Die Panasonic HDC-HS300 war aber auch nicht übel.


Canon HV40 Beispiele für Stabilisator
Hier geht es zur großen HD Version

Das Video oben zeigt die Aufnahmen der HV40 mit und ohne Stabilisierung. Es ist kaum ein Unterschied zwischen den beiden auszumachen. Als wir mit der HV40 normal gefilmt haben, haben wir sehr wohl einen Unterschied zwischen ein- bzw. ausgeschaltetem Bildstabilisator festgestellt. Sobald wir den Camcorder auf unserer Ausrüstung festgemacht hatten, hatte dieser große Schwierigkeiten das Gewackel auszugleichen.


Testergebnisse Stabilisatoren im Vergleich Canon HF S100 Vergleich Canon HV40 mit Canon HF S100
Testergebnisse Stabilisatoren im Vergleich
Panasonic HDC-HS300 Vergleich Canon HV40 mit Panasonic HDC-HS300
Sony HDR-XR520 Vergleich Canon HV40 mit Sony HDR-XR520


Tragbarkeit & Tragekomfort (3,14)


Keine Frage: Camcorder, die auf Band aufnehmen, sind größer als andere, und die Canon HV40 ist keine Ausnahme. Die HV40 hat ein Gewicht von 615 g, was schwerer ist als die Sony HDR-XR520 (und die hat eine 240 GB Festplatte). Die HV40 ist auch breiter als und höher als die HDR-XR520. Das macht die HV40 zu einem der größten Camcorder auf dem Markt. Der Trend geht zu immer kleineren und leichteren Flash-Camcordern – DV-Camcorder sehen dagegen sehr klobig aus. Ein weiterer Nachteil sind die Kassetten, von denen man auf Reisen am Besten einige mitnehmen sollte. MiniDVs haben nur eine Kapazität von 60 Minuten für HD-Videos, wesentlich weniger als die meisten Speicherkarten oder Festplatten speichern können (die Canon HF S100 kann mit einer 16 GB Karte bis zu 85 Minuten Aufnahmen speichern).

Abhängig davon, womit man die HV40 vergleicht, ist die Tragbarkeit ganz passabel. Sie ist kompakter als professionelle Videokameras und wiegt viel weniger als eine DSLR. Sie ist also sehr viel kleiner als die MiniDV-Kameras der letzten Jahre. Der Camcorder passt natürlich in keine Hosentasche oder kleine Handtasche, er muss in einer eigenen Tasche oder mit dem Schultergut getragen werden. Die Canon HF20 ist wesentlich leichter und kompakter als die HV40 und die Top-Modelle von Canon sind ebenfalls wesentlich kleiner als die HV40.

Größe und Gewicht
Gewicht 615 g
Größe 88 x 82 x 138mm

Akkulaufzeit (5,85)


Der Akku der HV40, der BP-2L13, hat eine gute Laufzeit. Die Batterie hat fast zwei Stunden durchgehalten (1 Stunde, 57 Minuten um genau zu sein). Das sind ca. 20 Minuten länger als die Canon HF S100 und etwas länger als der Durchschnitts-Camcorder. (So testen wir die Akkulaufzeit)

Akkulaufzeiten im Vergleich

In die HV40 passen auch größere Akkus, damit kann die Laufzeit noch verlängert werden. Es gibt nur ein kleines Problem: Wird ein zu großer Akku eingesetzt, wie z.B. der BP-2L24H, kann der Sucher nicht mehr benutzt werden. Akkus, die zu weit herausragen, blockieren den Zugang zum Sucher (oder machen es sehr schwierig hindurchzuschauen). Auch deswegen hätten wir uns von Canon einen schwenkbaren Sucher gewünscht.  

Die HV40 und der mitgeliefert Akku

LCD & Sucher (8,63)


Die HV40 hat sowohl einen LCD-Bildschirm und einen elektronischen Sucher – einer der wenigen Camcorder von Canon, der einen Sucher hat. Leider können wir jedoch weder auf den Bildschirm, noch auf den Sucher ein Loblied singen...  Der LCD ist 2,7 Zoll groß und hat eine Auflösung von 211.000 Pixel, mit Canons alter LCD-Einfassung – das gleiche Design haben auch die HF20 und HF200. Die HF S100, S10 und S11 haben einen flachen, glänzenden Bildschirm, mit den gleichen Spezifikationen wie das der HV40.

Der 2,7 Zoll große LCD-Bildschirm hat furchtbar schlechte Videoknöpfe am unteren Rand der Einfassung

Wir hätten gerne einen größeren Bildschirm an der HV40 gesehen, allein deswegen, weil der die Größe des Camcorders das zulassen würde. 2,7 Zoll sind okay, hebt den Camcorder aber nicht von der Masse ab. Die Helligkeit kann manuell am LCD selbst eingestellt werden (44 Einstellungsstufen). Außerdem kann die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms erhöht werden, indem man die Taste 'Display' zwei Sekunden gedrückt hält.

Der Sucher kann nicht ausgefahren oder
geschwenkt werden –
das macht die Nutzung schwieriger

Die Idee eines Suchers finden wir super, und dass Canon einen in die HV40 eingebaut hat auch. Um fair zu bleiben, muss aber gesagt werden, dass dieser Sucher richtig schlecht ist. Er kann weder ausgefahren noch geschwenkt werden – er ist komplett unbeweglich und das macht die Nutzung des Suchers furchtbar schwierig. Wird ein größeres Akku in die HV40 eingesetzt, kann man das Auge überhaupt nicht mehr an den Sucher halten. Der Sucher ist außerdem aus einem harten, unflexiblen Material gebaut und legt sich nicht gut um das Auge. Wir verstehen ja, dass immer weniger Camcorder einen Sucher bekommen und eine wirkliche Seltenheit geworden sind – doch Canon scheint sie so unbequem und schwierig wie möglich machen zu wollen.

Der Sucher ist 0,27 Zoll groß und hat eine dürftige Auflösung von 123.000 Pixel. Es gibt auch einen Schieber zur Diopter-Anpassung auf der linken Seite. Nachdem der Sucher nur aktiviert wird, wenn der Bildschirm zugeklappt wird, können LCD und Sucher nicht gleichzeitig benutzt werden.


Menüs (1,15)


Die HV40 hat quasi das gleiche Menüdesign wie das Vorjahresmodell HV30. Das ist sehr enttäuschend, hauptsächlich weil Canon die Menüs bei anderen Modellen so sehr verbessert hat. Das Menü der HV40 scheint sehr veraltet, es reagiert nur langsam, hat merkwürdige Symbole und ist verwirrend. Das Schlimmste ist, das die Funktionen über drei verschiedene Menüs verteilt sind: Das Funktionsmenü, das Hauptmenü und das Joystickmenü. Also, fangen wir mit dem Funktionsmenü (siehe unten) an.  


Das Funktionsmenü im Bandmodus
Das Funktionsmenü im Kartenmodus

Das Funktionsmenü wird durch das Drücken der Taste 'Function' geöffnet, die sich auf der Rückseite des Camcorders befindet. Dieses Menü ist leicht verständlich, aber Canon hat es bei den anderen 2009 Modellen (wie der HF20 oder der HF S100) viel besser hingekriegt. Im Funktionsmenü können Einstellungen wie Weißabgleich, Digitale Effekte, Zeit- und Blendenautomatik vorgenommen werden. Die wichtigsten Verbesserungen, die Canon bei anderen Modellen vorgenommen hat, ist die Einfärbung des Menüs (lässt sich leichter lesen) und die neue Einstellungsmaske für Blende und Belichtungszeit. Wird die letzte Option im Funktionsmenü ausgewählt, öffnet sich das Hauptmenü.


Das Hauptmenü im Bandmodus
Das Hauptmenü im Kartenmodus

Allein das Aussehen des Hauptmenüs ist nicht modern... Vor allem im Vergleich zu den schönen Menüs, die andere Canon Camcorder bekommen haben. Das Menü ist transparent, das beeinträchtigt die Lesbarkeit, und die Navigation ist langsam. Aus irgendeinem Grund spricht das Menü nicht so schnell an, wenn zur Navigation der Joystick benutzt wird. Wir haben das zwar wiederholt erwähnt, aber uns gefallen die Menüs der Canon HF20 und HF S100 viel besser. Um ehrlich zu sein würden wir sogar das Menüsystem der Sanyo VPC-HD2000 bevorzugen – und das ist schrecklich.

Das sind also die zwei augenfälligen Menüs der HV40. Der Camcorder hat aber noch ein drittes Menü: Das Joystickmenü. Dieses ist zwar furchtbar, beherbergt aber ein paar der wichtigsten Funktionen des Camcorders (z.B. Belichtung, Hintergrundlicht, Lautstärkeregler). Um dieses Menü zu öffnen muss der Joystick gedrückt werden, wodurch eine kleine Box auf dem Bildschirm erscheint.

Hier wird es kompliziert. Zur Navigation durch die Funktionen muss der Joystick nach unten gedrückt werden. Für die Auswahl der Funktion, die eingestellt werden soll, muss der Joystick mal nach oben, mal nach unten gedrückt werden, manchmal auch nach links oder rechts. Ein Beispiel: Um die Belichtung einzustellen, muss der Joystick zunächst nach unten gedrückt werden, bis EXP auf dem Menü erscheint. Für die Anpassung der Belichtung muss der Steuerhebel nach links oder rechts gedrückt werden. Das ist sowohl unverständlich als auch fast nicht zu erklären. Dass Canon so viele verwirrende Bedienungen in einen kleinen Steuerhebel presst, ist fast unverschämt. Für andere Modelle hat Canon dieses System umgestaltet, und hat dem Joystick ein Aufklappmenü zugewiesen.


Das Joystickmenü ist furchtbar verwirrend...
...auch im Kartenmodus

Alle drei Menüs der HV40 (Funktions-, Haupt- und Joystickmenü) gibt es im Band-, Karten-, Wiedergabe- und Aufnahmemodus. Damit hat der Camcorder viel zu viele Menüs und die Funktionen sind überall. Um das ganze etwas benutzerfreundlicher zu machen, hat die HV40 eine 'Anpassungstaste', die sich fast ganz vorne am Camcorder befindet. Dieser Taste können aber nur vier Funktionen zugewiesen werden: Focus Assist, Markierungen, Hintergrundlicht und Vergrößern.

Canon HV40 Vergleichscamcorder
Canon HF S100 Panasonic HDC-HS300 Sony HDR-XR520
Canon HF S100 Panasonic HDC-HS300 Sony HDR-XR520

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