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JVC Everio GZ-X900

JVC Everio GZ-X900
Seite 6

Zusammenfassung Bedienelemente



• Gute Auswahl an Kontrollen und Funktionen, das Fehlen von Motivprogrammen überrascht jedoch
• 5-faches optisches Zoom ist nicht gerade viel, verglichen mit der Konkurrenz
• Fokus, Belichtungszeit, Weißabgleich und Belichtung können alle auch manuell eingestellt werden
• Die Blende kann zwar auch eingestellt werden, ist aber an der Belichtungszeit gekoppelt (Blendenautomatik)
• Raster, TeleMacro und x.v. Farben runden das Angebot an manuellen Einstellungen ab


Automatische Aufnahmen (7,0)

Das Wahlrad auf der Rückseite
des Camcorders

Der Aufbau der GZ-X900 ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Das Moduswahlrad, das an der Rückseite des Camcorder platziert ist, bietet einige Funktionen. Damit kann von Video- auf Fotomodus oder die Einstellung von automatisch auf manuell umgeschaltet werden. Außerdem kann zwischen den einzelnen Zeitlupenmodi für Videos oder Motivprogrammen für Fotos gewählt werden. Im automatischen Videomodus (die kleine Videokamera am Moduswahlrad) können keine manuellen Einstellungen, wie Blende oder Verschlusszeit etc., vorgenommen werden. Im Menü finden sich aber trotzdem ein paar Funktionen.

Der Autofokus der X900 reagiert schnell, das einzige Problemchen hatte der Camcorder, als wir den Zoom von Nahaufnahmen auf weitere Aufnahmen verschoben haben (es dauerte dann einige Sekunden, bis der Camcorder das Motiv scharf gestellt hatte). Die Gesichtserkennung kann eingeschaltet werden ohne in das Menü gehen zu müssen. Ein Druck auf den Laser-Touch, gleich neben dem kleinen Smiley-Gesicht (ohne Mund...) auf der linken Seite des LCD genügt. Ist die Gesichtserkennung aktiviert, erscheint ein weiterer Smiley über dem originalen. Das ist ein gutes Beispiel für die total überhäufte Bildschirmanzeige der JVC, die voll ist von Symbolen, Köpfen und Infos. Der Display-Knopf in der LCD-Einfassung lässt einiges verschwinden, aber bei manchen Sachen hilft nicht einmal das.

Wir waren von der automatischen Belichtung der GZ-X900 wirklich positiv überrascht. Meistens hat der Camcorder die Belichtung schnell und exakt angepasst, ohne Überbelichtung. Es gab ein paar Schwierigkeiten bei schlechten Lichtbedingungen, wo die X900 die Videos etwas unterbelichtet hat. Höchstwahrscheinlich lag das aber an der schlechten Lowlight-Performance des Camcorders. Im manuellen Modus kann die Photometrie der GZ-X900 auf Fullscreen oder Spot eingestellt werden (damit wird die Belichtung von der Mitte des Bildschirm nach außen gemessen). Der Camcorder hat auch eine Gegenlichtkompensation, mit der Silhouetten besser belichtet werden.

Auch der automatische Weißabgleich funktioniert gut bei guten Lichtverhältnissen (sogar bei Innenaufnahmen mit verschiedenen Lichtquellen). Bei schlechtem Licht hatte die Aufnahme aber einen leichten Grünstich. Wir sind nicht ganz sicher, ob dieser Grünstich vom hohen Bildrauschen im Lowlight herrührt. Bei 60 Lux (dem Lichtlevel für unsere Lowlight-Tests) war er aber mehr als deutlich erkennbar.

Lowlight-Modi
Die GZ-X900 hat keine Lowlight-Modi. Die automatische Langzeitbelichtung kann eingeschaltet werden, dafür muss Gain auf automatisch gestellt werden. Damit kann der Camcorder die Verschlusszeit auf 1/30 einer Sekunde reduzieren, wenn das Licht nicht reicht.

Motivprogramme
Im Fotomodus hat der Camcorder eine ganze Reihe von Motivprogrammen. Im Videomodus gibt es gar keine. Das ist eigentlich ziemlich selten, vor allem weil JVC ja alle Motivprogramme schon in den Camcorder gespeichert hat. Sie haben sie nur nicht für die Videos verfügbar gemacht. Im Abschnitt Fotofunktion gehen wir näher auf die Motivprogramme für Fotos ein.

Zoom (6,5)

Auf der Oberseite der GZ-X900 befindet sich ein Standard-Zoomregler. Dieser fühlt sich gut platziert an und ist leicht erreichbar, egal wie der Camcorder gehalten wird. JVC hat auch einen zweiten Zoom am Rahmen des Bildschirms angebracht, das über den Laser-Touch bedient wird. Das funktioniert nicht ganz so gut, und ist schwierig zu nutzen. Das Zoomsymbol erscheint z.B. so lange nicht, bis der obere Teil des Laser-Touch länger gedrückt wird. Der reguläre Zoomregler funktioniert viel besser und geschmeidiger – lieber damit arbeiten.

Der Zoomregler der X900

Der Zoom hat auch verschiedene Geschwindigkeiten. Mit nur etwas mehr oder weniger Druck auf den Regler wird der Zoom schneller oder langsamer. Aber es gibt keine manuellen Geschwindigkeits-Einstellungen für den Zoom. Es fehlt auch eine Skala für den Zoom, so weiß man einfach nicht genau wie weit man herein- bzw. herausgezoomt hat. Den Balken für den Zoombereich hat JVC aber nicht vergessen.

Zoombereich (2,55)

Das Konica Minolta HD Objektiv der GZ-X900 hat ein fünffaches optisches Zoom. Das ist nicht schlecht für einen so kompakten Camcorder, aber die meisten Top-Modelle haben ein Zoomobjektiv zwischen 10-fach und 15-fach. Um den Zoom ein bisschen zu verbessern hat JVC einen 8 fachen, dynamischen Zoom eingebaut, der die ungenutzten Pixel des Camcorders nutzt um den Zoombereich etwas zu verbessern. Der dynamische Zoom sollte die Bildqualität nicht so verschlechtern wie ein digitaler Zoom, aber auch dieser entsteht durch einen internen Prozess statt über die Optik. Die X900 hat auch zwei digitale Zoomlevel: 32- und 200-fach. Diese verschlechtern die Aufnahmen sehr. Wie immer ist unsere Empfehlung deshalb: Wer gute, hochqualitative Aufnahmen will, sollte beim optischen Zoom bleiben.

Zoom im Vergleich
Weitwinkel mittlerer Zoom 5x Zoom

Fokus (5,5)

Der manuelle Fokus der GZ-X900 lässt sich über den Laser-Touch Schieber links vom LCD einstellen. Die Möglichkeit den Fokus über die gesamte Länge des Laser-Touch zu verändern ist von Vorteil, wenn etwas sehr schnell scharf gestellt werden soll. Es ist aber fast unmöglich eine präzise Scharfstellung zu erhalten. Es gibt keine numerische Anzeige für den Fokus (wie z.B. das Auflisten der Fokuslänge oder Entfernungsmarkierungen). Stattdessen erscheint auf der linken Seite des Bildschirms ein kleiner Balken mit zwei Symbolen: ein Berg und eine Person. Der Laser-Touch wird hoch geschoben, also dem Berg entgegen, wenn Motive die weit entfernt sind scharf gestellt werden sollen. Um auf nähere Motive zu fokussieren wird der Laser-Touch nach unten geschoben. Eigentlich ein sehr einfaches System, doch das Fehlen jeglicher numerischen Anzeige kann ein bisschen verwirrend sein.

Bei der manuellen Fokuseinstellung ist die
Fokushilfsfunktion von großem Nutzen

Um die manuelle Scharfstellung zu vereinfachen hat JVC eine Fokusassist-Funktion in die GZ-X900 eingebaut. Im Grunde genommen ist das eine Peaking-Funktion, die eine Reihe von kleinen, farbigen Punkten rund um das Motiv anzeigt. Je mehr Punkte auf dem Bildschirm zu sehen ist, desto schärfer ist die Aufnahme. Die Flecken verschwinden bzw. sind weniger sichtbar sobald sich das Motiv aus dem Fokus bewegt. Bei Prosumer und professionellen Videokameras ist Peaking eine Gegebenheit, bei Consumer-Camcordern ist diese Funktion eher selten (Canon bietet sie bei den Modellen HF S100 und HF S10). Bei eingeschaltetem Fokusassitenten zeigt der LCD alles in schwarz-weiß, damit die farbigen Punkte besser sichtbar sind. Die Aufnahmen sind aber – natürlich – in Farbe, und die Peaking-Flecken sind auch nicht sichtbar.

Den Fokusassistenten gibt es in Rot, Grün und Blau. Leider kann die Farbe aber nicht im Fokusassistenten selbst eingestellt werden – das funktioniert nur über das Bildschirmmenü. Warum JVC diese Einstellung in einem komplett anderen Menü untergebracht hat ist uns unverständlich.


Belichtungseinstellungen
-6 bis +6
Blendeneinstellungen
f/3,4 - f/4 - f/5.6 - f/8
Belichtungszeiten
Im manuellen Betrieb:
1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/80, 1/100, 1/250, 1/500, 1/1000, 1/2000, 1/4000
Weißabgleicheinstellungen
Auto, Manuell, Fein, Wolkig, Halogen
Lichtverstärker-Einstellungen
TKTKTK

Belichtung (7,5)

Mit der GZ-X900 kann die Belichtung – von JVC Helligkeit genannt – nur im manuellen Betrieb eingestellt werden. Die Helligkeit wird mit dem Laser-Touch verändert und kann von -6 bis +6 eingestellt werden (Intervall von 1). Der Laser-Touch ist einfach in der Handhabung, reagiert aber oft nicht auf das Gleiten oder dem Druck der Finger. Das kann frustrierend werden, wenn die Einstellungen präzise sein sollen.

Bei JVC heißt die Belichtung 'Helligkeit einstellen'

Blende (5,0)

Es gibt die Möglichkeit die Blende einzustellen, doch die GZ-X900 erlaubt die Einstellung nicht unabhängig von der Verschlusszeit (Blendenautomatik). Das heißt, wann immer die Blende eingestellt wird, wird die Verschlusszeit automatisch eingestellt. Viele Blendeneinstellungen hat der Camcorder aber auch nicht, f/3,4 ist die weiteste.

Es gibt nur 4 Einstellungsmöglichkeiten
in der Blendenautomatik

Die Blende wird genauso wie die Belichtung eingestellt, mit dem Laser-Touch. Der Laser-Touch ist sehr nützlich, wenn durch eine große Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten durchgescrollt werden soll. Aber die Auswahl einer von vier Blendeneinstellungen ist damit schwierig.


Belichtungszeit (7,6)

Die GZ-X900 hat reichlich Einstellungen für die Belichtungszeit, vor allem Langzeitbelichtung unter 1/60 einer Sekunde. Die Belichtungszeiten gehen sogar auf bis zu 1/2 Sekunde runter, was extrem lange ist. Weitere Belichtungszeiten sind 1/4s, 1/8s, 1/15s und 1/30s. Diese langen Belichtungszeiten produzieren eine andere Videoästhetik mit vielen Nachzieheffekten und ruckeligen Bewegungsaufnahmen. Doch diese Langzeitbelichtungen produzieren auch nette Effekte und es macht Spaß sie auszuprobieren.

Die X900 hat auch eine Reihe von schnellen Verschlusszeiten, die schnellste ist 1/4000 einer Sekunde. Insgesamt hat der Camcorder 13 Verschlusszeiten. Auch die Belichtungszeit wird mit dem Laser-Touch eingestellt, wie alle anderen manuellen Einstellungen.

Die X900 hat einige Belichtungszeiten anzubieten

Weißabgleich (7,25)

Viele Weißabgleichseinstellungen hat die JVC GZ-X900 nicht. Zusätzlich zu den manuellen und automatischen Einstellungen hat der Camcorder drei Voreinstellungen: Fein, Wolkig, Halogen. Der manuelle Weißabgleich der GZ-X900 funktioniert gut, aber die Handhabung ist nicht wirklich selbsterklärend. Der Weißabgleich muss zunächst ausgewählt werden, dann muss die OK-Taste für einige Sekunden gedrückt gehalten werden, bevor der Weißabgleich manuelle eingestellt werden kann. Mit diesem merkwürdigen System kann die Tatsache, dass der Weißabgleich überhaupt nicht eingestellt wurde, leicht übersehen werden. 

Manuelle Einstellungen des Weißabgleichs


Lichtverstärker (2,0)

Es gibt keine deutlich hervorgehobene Gain-Einstellung in der GZ-X900, aber die automatischen Gain-Kontrolle (AGC) kann ein- bzw. ausgeschaltet werden. Wird der AGC ausgeschaltet fällt die minimale Beleuchtungsstärke der X900 drastisch. Die (Innen-) Aufnahmen des Camcorders sind selbst bei einigermaßen guten Lichtverhältnissen alles andere als gut. Aber mit ausgeschaltetem AGC benutzt die X900 auch keinerlei Lichtverstärkung, das heißt das Bildrauschen ist niedriger und das Bild ist, bei genügend Licht, besser. Die GZ-X900 hat auch einen Automatischen Modus für AGC, das die Verschlusszeit bei schlechten Lichtverhältnissen bis auf 1/30 einer Sekunde verlangsamen kann.

Nicht viele Camcorder bieten die volle Bandbreite der Gain-Kontrolle. Panasonic hat Gain-Einstellungen bei einiger der Top- und mittlere Modelle, aber nur wenn die Blende vollständig geöffnet ist. Die Canon HF S10 und HF S100 haben limitierte AGC Einstellungen, womit sich ein maximaler Dezibel-Level für den Auto-Gain einstellen lässt. Sanyo hat ISO Einstellungen in den Camcordern, die mit Video- und Fotoaufnahmen funktionieren. Mit der JVC GZ-X900 kann auch ISO eingestellt werden, doch nur für Fotos.

Farb- & Bildfunktionen (2,0)

Die GZ-X900 bietet nicht gerade viele Farb- und Bildfunktionen – nur ein paar wesentliche Features:

Farb-/Bildfunktion Beschreibung
x.v. Color Damit nimmt der Camcorder Videos mit der xvYCC Farbpalette. Nur xvYCC Fernseher können diese breitere Farbpalette wiedergeben, bei anderen sieht man keinen Unterschied.
Tele Macro Verändert die Fokuslänge am Objektiv, für gut fokussierte (extreme) Nahaufnahmen.

Sonstige Bedienelemente (2,0)

Funktion Beschreibung
Raster Teilt den Bildschirm in gleich große Abschnitte ein (zwei vertikale und zwei horizontale Linien) um das Motiv mittig aufzunehmen. Die Linien erscheinen nicht auf dem Video. 
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