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Sanyo Xacti VPC-HD2000

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Fotofunktionen
Sanyo Xacti VPC-HD2000
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Zusammenfassung Bedienung & Handhabung



• Im Simple-Modus sehr leicht zu bedienen, aber das komplexe Menüsystem ist abschreckend
• Hochkant-Format ist gewöhnungsbedürftig, aber sehr komfortabel, besonders für Linkshänder
• Tasten sind gut beschriftet, gut positioniert und reaktionsschnell – abgesehen vom sensiblen Joystick
• Es gibt viele einstellbare Bedienelemente, z.B. die Joystick-Shortcuts, aber einige Funktionen sind nur durch solche Kurzbefehle verfügbar


Benutzerfreundlichkeit (5,5)

Der Sanyo VPC-HD2000 ist leicht zu bedienen – so lange man nur die Grundfunktionen benutzen will. Möchte man auf weiterführende Funktionen zugreifen, muss man sich in die Tiefen des komplexen Menüsystems begeben. (Siehe Menüs weiter unten). Es gibt zwar einen Simple-Modus, aber dort stehen einem nur drei Optionen zur Verfügung. Mittlerweile sind viele Camcorder auf dem Markt, die gerade Anfängern den Einstieg erleichtern – mit Tool- und Film-Tipps sowie einer Vielzahl an automatischen Aufnahmeeinstellungen. Die Xacti bietet solchen Komfort leider nicht.


Handhabung (5,25)

Jeder, der an das klassische Camcorder-Querformat gewöhnt ist, wird sich bei der Sanyo VPC-HD2000 erstmal umstellen müssen. Die Hochkant-Kamera wird etwa wie eine Pistole gehalten. Da es keinen Halteriemen gibt, muss man beim Halten der Kamera etwas besser aufpassen als bei den herkömmlichen Modellen.

Das Hochkant-Format der HD2000

Während es bei den klassischen Camcordern das einhändige filmen immer schwieriger wird, ist das mit den Hochkant-Kameras kein Problem. Auf der Rückseite der HD2000 befindet sich ein Knopfkreuz, auf dem eine Shutter-Taste, eine Record-Taste, ein Play/Record-Schalter, eine Menü-Taste, eine Photo View-Taste und ein Zoomregler angeordnet sind. Gleich darunter befindet sich der Joystick. Alle Tasten sind bequem mit dem Daumen zu erreichen – egal, ob Rechts- oder Linkshänder.

Alle Tasten lassen sich bequem erreichen

Trotz des gelungenen Knopfkreuzes fanden wir einige Aspekte etwas frustrierend. Der Joystick war nicht ganz so bedienfreundlich. Wenn wir „links" drückten, erwischten wir oft versehentlich „rauf" oder „runter". Das mag mehr mit dem Griff als mit dem Joystick selbst zu tun haben. Alle Bedienelemente und Menü-Optionen werden mit diesen Grundrichtungen angewählt. Der Joystick lässt sich jedoch in alle Richtungen bewegen.  Er erlaubt nur keine intuitive Steuerung. Die Schnittstellen sind ziemlich langsam. Es dauerte eine volle Sekunde, wenn wir die Blende oder die Belichtungszeit verstellten.

Die VPC-HD2000 ist weder Traum noch
Albtraum, was die Benutzerfreundlichkeit
angeht. An das Hochkant-Format kann man
sich gewöhnen, aber es wäre schön,
wenn Sanyo einige der Funktionstasten
noch verbessern könnte


Stabilisation (0,0)

Um es kurz zu machen: Der Bildstabilisator der Sanyo VPC-HD2000 ist furchtbar. In unseren beiden Tests bei hoher und geringer Erschütterung zeigte der Stabilisator wenig Wirkung. Die HD2000 hat ein digitales Bildstabilisationssystem, das der IS Funktion in der VPC-HD1010 entspricht. Solche digitalen Bildstabilisationssysteme gehen meist mit einem Verlust in der Bildqualität einher, da während den Aufnahmen Pixel zum Ausgleich von Bewegungen herangenommen werden. Alle anderen Camcorder die wir hier verglichen haben (die Panasonic HDC-HS20, die Canon HF20, die Canon HF S100), haben einen optischen Bildstabilisator. (So testen wir Stabilisatoren) Es gibt so gut wie keinen Unterschied zwischen dem ein- und dem ausgeschalteten Bildstabilisator der Sanyo VPC-HD2000. Der digitale Bildstabilisator hat die Bewegungen nur um 17 % ausgeglichen, was so gut wie keinen Effekt hat. Auch bei großer Erschütterung war kein Anzeichen eines Bewegungsausgleichs zu sehen. Die HD2000 hat auch eine Fotostabilisator-Funktion, die wir jedoch nicht getestet haben (auch hier wird ein digitaler Stabilisator genutzt). 

Sanyo VPC-HD2000 Beispiele für Stabilisator
Hier geht es zur großen HD Version

Zum Vergleich: Die Panasonic HDC-SD 20 hat einen sehr guten, optischen, Bildstabilisator. Das OIS-System der Canon HF S100 hat enttäuschende Ergebnisse erzielt, war jedoch wesentlich besser als die Sanyo VPC-HD2000.


Tragbarkeit & Tragekomfort (8,07)

Die VPC-HD2000 ist eine kompakte Kamera. Doch das Hochkant-Design täuscht. Die HD2000 ist dadurch nicht leichter zu transportieren als eine klassische Querformat-Kamera. Durch den dicken Objektivtubus lässt sich die HD2000 nur schwer in die Jacken- oder Handtasche stecken – besonders verglichen mit ultra-kompakten Modellen wie der Pure Digital Flip Mino. Die Xacti entspricht den meisten anderen Camcordern der höheren Preisklasse, nur dass er einen kürzeren Tubus und einen Griff hat.

Eine kleine Kameratasche verlängert die Lebensdauer eines Camcorders ungemein. Sanyo liefert eine schöne, sogar gepolsterte Tasche, die sich im Vergleich zu den meisten anderen Zubehör-Taschen sehen lassen kann. Leider gibt es kein extra Fach für zusätzliche Memory-Karten oder Batterien – etwas, das immer dabei sein sollte, wenn man länger als zwei Stunden filmen möchte.

Kritisch wird es erst, wenn die Dockingstation eingepackt werden muss. Leider gibt es keinen einzigen AV-Ausgang am Camcorder-Gehäuse. Selbst der USB-Port befindet sich an der Dockingstation. Wer sein Video auf einem Fernseher abspielen will, muss die Dockingstation und die nötigen Kabel dabei haben. Wer seine Foto- und Videodaten auf den PC übertragen möchte, braucht entweder einen PC-Card Slot, einen Speicherkarten-Reader oder die Dockstation und ein USB-Kabel. (Siehe Anschlüsse). Woran sollte man noch denken? Der VPC-HD2000 hat keine integrierte Linsenabdeckung. Man darf also nicht vergessen, die kleine Kappe nach Benutzung wieder drauf zu tun. All diese Dinge sollte müssen bedacht werden, um mit der Kamera mobil zu sein.

Größe und Gewicht
Gewicht 311 g
Größe 90 x 112,6 x 54,5 mm

Akkulaufzeit (5,6)

Der Akku des VPC-HD2000 hielt 112 Minuten durch (1Std, 51 Min., 63 Sek.). Für einen High-Definition Camcorder ist das eine gute Leistung. Verglichen mit SD-Videosystemen oder Speicherkarten-Camcordern allerings nicht. High Definition hat eben seinen Preis. Das darf man nicht vergessen, wenn man an mehr als zwei Stunden Akkulaufzeit der SD-Camcorder gewöhnt ist.  (So testen wir die Akkulaufzeit)

Akkulaufzeiten im Vergleich

Wir sollten auch darauf hinweisen, dass sich der Akku bei der HD2000 in einem geschlossenen Batteriefach befindet (im Inneren des Camcorder-Griffs). Man kann also keinen größeren Akku kaufen, sondern nur Zusatz-Akkus der gleichen Größe.

Der Akku befindet sich in einem Batteriefach

LCD & Sucher (7,99)

Der Sanyo VPC-HD2000 hat keinen optischen Sucher. Ohne Sucher ist man auf Xactis’ 2.7 Zoll LCD angewiesen. Der Bildschirm hat eine Auflösung von rund 230.000 Pixeln, lässt sich ausschwenken und bis zu 285 Grad drehen. Die Helligkeit des Displays kann durch Drücken der Menü-Taste eingestellt werden (es gibt sieben verschiedene Helligkeitsstufen), aber wir empfehlen, es bei der Standardeinstellung zu belassen. Eine Veränderung der Bildschirmhelligkeit hat häufig zur Folge, dass man sich ein falsches Bild von den Aufnahmen macht.

Der 2.7 Zoll LCD lässt sich ausschwenken und
bis zu 285 Grad drehen



Menüs (3,75)

Die Menüstruktur des VPC-DH2000 ist komplizierter als die anderer Camcorder für Amateur- und Hobbyfilmer. Sanyo unterscheidet zwischen einem Normal- und einem Simple-Menü. Letzteres ist Xactis’ Version eines Easy-Modus. Im Simple-Menü lassen sich einfache, eben „simple" Einstellungen vornehmen. Es unterscheidet sich im Aussehen völlig vom Normal-Menü.


Das Simple Aufnahmemenü
Das Simple Wiedergabemenü

Leider bietet das Simple-Menü dem Benutzer einfach zu wenig. Selbst völlige Anfänger hätten ein paar mehr Funktionen gut vertragen können, ohne überfordert zu sein. Das Simple-Aufnahmemenü besteht nur aus Film- und Fotoformat, sowie Schärfe- und Blitzeinstellung. Im Wiedergabe-Menü stehen Präsentation, Wiedergabelautstärke und Löschen von Dateien zur Auswahl. Besonders die Funktion Schärfeinstellung ist merkwürdig. Wer im Auto-Modus filmt hätte doch bestimmt viel lieber Zugriff auf die Motivprogramme. Vorbildlich sind die großen, freundlichen Symbole im Simple-Menü und die verständlichen Beschreibungen der Funktionen. Nur schade, dass das nur für sechs Bildeinstellungen angeboten wird. Einsteiger hätten sich sicherlich auch über eine Orientierungshilfe für den Wust der manuellen Bedieneinstellungen gefreut.

In dieser Hinsicht ist der HD2000 besonders für Anfänger einschüchternd. Wer die vielen zusätzlichen Funktionen ausprobieren will, muss sich in die verwirrende Welt des komplexen Menüsystems vorwagen. Obwohl kompliziert und verschachtelt, ist es nicht ganz so schlimm, wie man zuerst meinen könnte. Ein großer Vorteil ist, dass alle Bedienelemente in einem Menü zu finden sind. Wir finden es fürchterlich, wenn Hersteller ihre Funktionen auf drei oder mehr verschiedene Menüs (z.B. Haupt-, Schnell- und Spezialmenü usw.) aufteilen. Bei so vielen Menümöglichkeiten ist es schwierig nach einem bestimmten Feature zu suchen.


Das Normal Aufnahmemenü
Das Normal Wiedergabemenü

Bei der Sanyo VPC-HD2000 gibt es dieses Problem nicht. Dafür ist das Menü etwas verschachtelt. Die Camcorder-Settings sind über sechs verschiedene Tabs an der linken Seite des Bildschirms zu erreichen: es gibt drei verschiedene Aufnahmemenüs und drei Optionsmenüs. Leider scheinen die Bedienelemente völlig willkürlich in den Menüs verteilt worden zu sein. Statt einfach eine Liste durchzuscrollen, muss man die verschiedenen Menüs mit dem Joystick anwählen. Das ist zwar ziemlich umständlich, hat aber den Vorteil, dass sofort alle verfügbaren Funktionen des Menüs auf einen Blick vorliegen.

Das größte Ärgernis ist, dass einige Funktionen nur über die Shortcuts zu erreichen sind. Sanyo erlaubt es dem Benutzer bestimmte Bedienelemente als Kurzbefehl anzulegen, der mit dem Joystick aufgerufen werden kann (indem er nach rechts, links, oben oder unten bewegt wird). Leider finden sich diese Funktionen nirgendwo sonst im Menü. Sie müssen zuerst im Optionsmenü als Shortcut angelegt und nach Verlassen des Menüs aktiviert werden. Funktionen, die als Shortcut angelegt werden können sind:

• AF Sperre
• AE Sperre
• Fokus (Standard, Manuell, Super Makro)
• Blitz (Auto, Blitz-Zwangszuschaltung, Blitzunterdrückung, Rotaugenreduzierung)
• Belichtungsausgleich
• ISO
• Selbstauslöser (Aus, 2 Sek., 10 Sek.)
• Belichtung (Auto, Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell)
• Anzeige an/aus
• Serienbild

Von diesen Features sind AF und AE Sperre, Belichtungsausgleich und Serienbild nur über die Shortcuts zu bedienen. Im Endeffekt hat man einen Camcorder mit einer verwirrenden Menüstruktur und einem seperaten Joystick-Menü. Das Gute: der Benutzer kann sich häufig benutzte Funktionen als Shortcut anlegen. Aber wir hätten uns ein überschaubareres Hauptmenü gewünscht.

Einige Funktionen sind in den Tiefen
des verwirrenden Menüs versteckt

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