Sanyo Xacti VPC-HD2000
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Videoformate & AufzeichnungsmedienWeiter: Seite 7
Fotofunktionen
Zusammenfassung Bedienelemente
• Autofokus ist hervorragend, andere automatische Bedienelemente sind durchschnittlich
• Der manuelle Weißabgleich ist effektiv und leicht zu bedienen
• Der Camcorder bietet eine große Auswahl an manuellen Bedienelementen, inklusive Gain-Faktor (ISO) und 4 Belichtungsmöglichkeiten: Vollautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik und manuelle Einstellung der Blenden- und Verschlusszeit
• Der Belichtungsausgleich ist schwer zugänglich im Menü versteckt
Automatische Aufnahmen (8,02)
Sanyo hat sich bei den Xacti-Modellen für zwei verschiedene Aufnahme- und Wiedergabe-Betriebsarten entschieden. An der linken Seite des LCD Bildschirms befindet sich ein kleiner Schalter, mit dem man zwischen Normal- und Simple-Betrieb schalten kann. Im Simple-Modus lassen sich einfache, eben „simple" Einstellungen vornehmen. Der Normal-Modus bietet weitaus mehr Möglichkeiten und hier lassen sich auch Joystick-Kurzbefehle einrichten. Viele andere Hersteller haben einen Auto-Mode entwickelt, in dem der Benutzer von den anderen Menüoptionen ohne Erklärung ausgeschlossen wird. Sanyo dagegen macht aus den Einschränkungen des Simple-Modus kein Geheimnis.
Der Simple-Modus eignet sich besonders für Einsteiger. Hier kann man lediglich Zoom, Bildgröße sowie Schärfe- und Blitzeinstellung auswählen. Wer mehr will, muss die einschüchternde Programmstruktur des Normal-Modus meistern.
Erfreulicherweise hat Sanyo die automatische Bildeinstellung in der VPC-HD2000 im Gegensatz zu früheren Modellen verbessert. Das heißt, der Simple-Modus ist ausreichend und man muss sich nicht mit dem komplexen Normal-Menü herumschlagen. Bei dem Vorjahrsmodell VPC-HD1010 war die automatische Belichtung oft ungleichmäßig, besonders bei langsamen Schwenks. Bei der VPC-HD2000 sind die Übergänge von einem Belichtungswert zum nächsten dagegen sehr gleichmäßig– selbst bei Gegenlicht. Der Camcorder wählt zwar zu oft eine Verschlusszeit von 1/30, auch in sehr hellen Situationen, aber selbst das hat sich im Vergleich zum Vorjahresmodell gebessert. Wer die automatische Belichtungsmessung ändern möchte, kann unter Mehrzonenmessung, mittenbetonter Lichtmessung oder Spotlichtmessung auswählen.
Der automatische Weißabgleich ist genauso mittelmäßig wie bei der HD1010. Bei beiden Modellen haben Innenaufnahmen häufig einen Gelbstich, während Außenaufnahmen dunkel, übersättigt und kalt wirken. Die Probleme beim Weißabgleich in Innenräumen sind bei Camcordern nichts Neues. (Wir haben noch kein Modell getestet, dass Glühlampen- oder Neonlicht korrekt wiedergegeben hätte). Auch die Schwierigkeiten bei Tageslicht sind nicht ungewöhnlich, trotzdem stört es. Glücklicherweise hat die VPC-HD2000 eine Vielzahl von automatischen Weißabgleich-Einstellungen, sowie einen komfortablen „One-Touch" Weißabgleich. Zu schade, dass sich der Weißabgleich nicht auch als Joystick-Shortcut anlegen lässt.
Sanyo bietet eine gute Auswahl an Autofokus-Optionen an, darunter zwei verschiedene Schärfebereiche (Standard und Super Makro) und zwei Autofokus-Modi (9-Punkt- und Spot-Autofokus). Der Standard 9-Punkt-Autofokus ist schnell und zuverlässig. Und da es bei den meisten heutigen Camcordern keinen Entfernungsring mehr gibt, ist das manuelle Scharfstellen eine echte Herausforderung. Wir empfehlen deshalb, dem Autofokus zu vertrauen – er ist der Aufgabe mehr als gewachsen. Wer ein bisschen Extra-Hilfe möchte, für den gibt’s Sanyos „Face Chaser". Die Gesichtsverfolgung soll Schärfe, Belichtung und Farbe optimieren.
Lowlight-Modus
Für schlechte Lichtbedingungen hat Sanyo den Hochempfindlichkeits-Modus entwickelt. Die Verschlusszeit wird auf 1/15 reduziert und die Lichtempfindlichkeit wird auf maximal 1600 ISO erhöht. Die Aufnahmen werden eindeutig heller, aber Bewegungen sehen verschwommen aus und erzeugen einen Nachzieheffekt. In den Motivprogrammen versteckt sich auch noch eine mysteriöse „Dunkel-Funktion", aber wir sind uns nicht sicher, inwiefern sie sich vom Hochempfindlichkeits-Modus unterscheidet. Weder der Hochempfindlichkeits-Modus noch die Dunkel-Funktion lassen sich bei manueller Belichtung einschalten.
Motivprogramme
Die HD2000 hat die übliche Auswahl an Motivprogrammen. Die vorprogrammierten Einstellungen setzen die manuell festgelegten Belichtungseinstellungen außer Kraft. Man kann zwischen Sport, Portrait, Nachtaufnahme, Schnee und Sand, Feuerwerk und dem mysteriösen Dunkel wählen.
Zoom (5,0)
Das Zoom wird bei der Sanyo Xacti VPC-HD2000 mit einem Schalter an der Rückseite des Camcorders bedient. Beim Zoomen erscheint am unteren Rand des LCD ein Balken, der dessen ungefähre Position anzeigt. Der Balken des optischen Zooms ist weiß, der des digitalen Zooms gelb. Das Zoom hat ein paar Eigenheiten. Besonders gestört hat uns die Tatsache, dass es fast unmöglich ist, einen wirklich langsamen Zoom zu erzielen. Die Zoomgeschwindigkeit wird durch leichten oder starken Druck auf den Schalter reguliert, allerdings gibt es nur zwei Geschwindigkeiten: schnell und richtig schnell. Der Camcorder macht es einem auch unmöglich, gleichmäßig vom oberen Zoombereich des optischen Zooms bis zum unteren Bereich des digitalen Zooms zu zoomen. (Man muss den Schalter kurz loslassen, um auf den digitalen Zoom umzuschalten). Das ist kein wirkliches Problem, aber etwas merkwürdig ist es schon.
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| Der Zoomregler kann leicht mit dem Daumen bedient werden, erlaubt aber nur zwei Geschwindigkeiten |
Die größte Enttäuschung war, dass Sanyo die Zoom-Skala abgeschafft hat. Das macht es schwer, eine Aufnahme zu wiederholen oder den Zoombereich zu bestimmen. Um den maximalen Zoombereich zu ermitteln, mussten wir in den technischen Daten nachsehen. An der Kamera selbst lässt sich das nirgends ablesen. Im Vergleich zur präzisen Zoom-Skala der HD1010 ein echter Rückschritt.
Zoombereich (3,77)
Der Camcorder hat einen 10-fachen optischen Zoom. Verglichen mit anderen Kameras dieser Preisklasse ist das ziemlich klein, aber die HD2000 hat einen sehr kurzen Objektivtubus. (Dieser Zoombereich ist übrigens mit dem Vorjahresmodell HD1010 und der Sony HDR-TG1 identisch). Zum ersten Mal wird mit der HD2000 ein 16-facher erweiterter Zoom angeboten, allerdings nur im Videomodus. Da es keine Zoom-Skala mehr gibt, wissen wir nicht, ob er Teil des optischen Zoombereichs ist oder nur beim digitalen Zoom aktiviert wird.
Es gibt einen 100-fachen digitalen Zoom, der im Wiedergabemenü ein- oder ausgestellt werden kann. Dieser Zoom steht allerdings nur dann zur Verfügung, wenn die Bildauflösung 8 Megapixel beträgt. Da es keinen separaten Foto-Modus gibt, muss man also auch beim Filmen auf die Bildauflösung achten. Wir raten generell vom Gebrauch des digitalen Zooms ab, da er die Bildqualität beeinträchtigt.
| Zoom im Vergleich | ||
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| Weitwinkel | Mittlerer Zoom | 10-fach Zoom |
Fokus (4,25)
Ganz ehrlich: wir ziehen das manuelle Einstellen der Schärfe mit einem Ring oder einem Rad allen anderen Möglichkeiten in der Welt der Camcorder vor – besonders wenn man nur stufenweise fokussieren kann. Bildschärfe lässt sich am besten stufenlos vornehmen, wenn man präzise Ergebnisse will. Bei der VPC-HD2000 wird die manuelle Bildschärfe am Joystick eingestellt. Dort stehen dem Benutzer 22 Bildschärfe-Stufen zur Verfügung. Der Schärfebereich geht von 1cm bis unendlich. Im Nahbereich liegt er bei 1cm, 2cm und 5cm. Was, wenn man auf ein 3,5cm entferntes Objekt scharf stellen will? Pech gehabt. Glücklicherweise ist der Autofokus hervorragend. Er hat einen Schärfebereich von 80cm bis unendlich. Wenn man noch näher ran will, muss man eventuell auf Super-Makro umstellen (1cm bis 1m).
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| Manuelle Schärfeeinstellung |
Der eigentliche Kontrollmechanismus gehört weder zu den besten noch den schlechtesten. Wie schon gesagt, am besten eignet sich ein Rad oder Ring zur Schärfeeinstellung. Aber durch den Joystick lässt sich die Schärfe während des Filmens mit einer Hand regulieren, ohne dass die Sicht auf den Bildschirm versperrt wird. Das kann man zum Beispiel von Touch-Screen-Kontrollmechanismen nicht behaupten. Und der Joystick ist auch wesentlich präziser als die Touch-Slider-Funktion aller 2009 Modelle von JVC. (Zum Beipiel JVC Everio GZ-MG670).
| Belichtungseinstellungen |
| -1,8 bis +1,8 in 13 Stufen mit 1/3-stops |
| Blendeneinstellungen |
| 1.8, 2.0, 2.4, 2.8, 3.5, 4.0, 4.7, 5.6, 6.8, 8.0 |
| Belichtungszeiten |
| Automatische Shutterzeit, Belichtungsautomatik, manueller Shutter: 1/30, 1/60, 1/100, 1/25, 1/250 Hochempfindlichkeitsmodus: 1/15, 1/30, 1/60, 1/100, 1/25, 1/250 Fotografien: 4, 2, 1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/100, 1/25, 1/250 |
| Weißabgleicheinstellungen |
| Sonne, Bewölkt, Leuchtstoff- lampen-, Glühlampenlicht, Manuell |
| Lichtverstärker-Einstellungen |
| ISO 50, ISO 100, ISO 200, ISO 400, ISO 800, ISO 1600 (ISO 3200 nur für Fotos) |
Belichtung (7,3)
Ein Blick auf das Aufnahmemenü der HD2000 und der Eindruck entsteht, die Kamera würde nur die Blendenautomatik (Blendenwert wird automatisch eingestellt, Shutter wird manuell eingestellt), die Zeitautomatik (Shutter wird automatisch eingestellt, die Blende manuell) oder eine Kombination aus vollem Blendenwert und der vollen Shutterzeit anbieten. Wenn man Glück hat, stolpert man jedoch über die Schnelltastenfunktion. Diese Shortcuts oder Schnelltasten erlauben es dem Benutzer, die vier Pfeiltasten auf dem Joystick mit verschiedenen Funktionen zu belegen. Der Belichtungsausgleich wurde bereits vom Hersteller in die Shortcut-Liste aufgenommen. Es ist ein bisschen merkwürdig, dass diese Einrichtung nicht zwischen all den anderen manuellen Einstellungen auftaucht. Schön, dass Sanyo so viele manuelle Bedienelemente anbietet, aber schade, dass sie so schwer zugänglich sind.
Ist der Belichtungsausgleich erstmal gefunden, kann die Belichtung mithilfe eines Balkens am unteren Rand des Bildschirms eingestellt werden. Die Mess-Skala reicht von -1,8 bis + 1,8 in 13 1/3 EV-Stufen. Das ist für (Point & Shoot) Digitalkameras mittlerweile Gang und Gäbe und wird auch bei Camcordern immer häufiger.
Blende (8,5)
Bei der VPC-HD2000 können Blende und Verschlusszeit separat eingestellt werden. Es gibt außerdem einen Blendenautomatik- und einen Zeitautomatik-Modus. Alle diese Optionen können unter Belichtung im Aufnahmemenü angewählt werden. Die Blendenautomatik lässt den Benutzer die Blende manuell einstellen, während die Kamera automatisch die Verschlusszeit regelt. In der Zeitautomatik ist es genau umgekehrt – die Blende wird automatisch angepasst, wenn man die Shutterzeit manuell verändert. Verzichtet man ganz auf die Automatik, ändert sich die Verschlusszeit beim Blendenwechsel nicht.
Es gibt zehn verschiedene Blendeneinstellungen, die von 1,8 bis 8 reichen. Eine Warnung, was die manuelle Blendeneinstellung betrifft: es dauert bis zu einer vollen Sekunde bis die ausgewählte Blende angezeigt wird. Das ist extrem langsam und oft sehr frustrierend.
Belichtungszeit (8,0)
Die HD2000 bietet vier verschiedene Belichtungsmöglichkeiten an: Vollautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik und Manuell. Eine Besonderheit der Verschlusszeit ist, dass im Video-Aufnahmemodus nur ein Teil des Verschlusszeitenbereichs zur Verfügung steht. Da es bei diesem Camcorder keinen separaten Einzelbild-Modus gibt, zeigt die Kamera alle Verschlusszeiten an, obwohl alles unter 1/30s nur im Foto-Modus möglich ist. 1/8s, 1/15s und 1/30s sind im Video-Modus identisch.
Für Serienbilder stehen dem Benutzer nur fünf Verschlusszeiten im Bereich von 1/30s bis 10/250s zur Auswahl. Im Foto-Modus ist eine Belichtungszeit von vollen 4 Sekunden möglich. Will man die 1/15s im Video-Modus wählen, muss sich der Camcorder im Hochempfindlichkeits- oder Dunkel-Modus befinden.
Weißabgleich (8,0)
Die VPC-HD2000 hat nur vier Weißabgleichseinstellungen: sonnig, bewölkt, Leuchtstofflampen- und Glühlampenlicht. Das ist nicht schlecht – manche Kameras bieten nur Tages- oder Kunstlicht an, andere haben gar keine Weißabgleichseinstellungen. Es gibt jedoch einige Camcorder, die mehr Optionen anbieten, vor allem für Kunstlicht. Die meisten Modelle von Canon haben sieben verschiedene Weißabgleichseinstellungen.
Leider können diese Voreinstellungen (genauso wie der automatische Weißabgleich) keine besonders akkuraten Farben produzieren. Das schafft man nur durch den manuellen Weißabgleich, der jedoch mit einem einzigen Knopfdruck sehr leicht zu bedienen ist. Man muss zwar erst im Menü danach suchen. Hat man ihn aber gefunden, richtet man die Kamera einfach auf einen schwarz-weißen Hintergrund und drückt ab – fertig! Die Farben sind ziemlich gut und orange- oder blaustichige Videoaufnahmen lassen sich durch diesen kurzen Knopfdruck vermeiden.
Lichtverstärker (5,0)
Sanyo gehört zu den wenigen Camcorder-Herstellern, die es dem Benutzer erlauben, den Lichtfaktor zu verstärken – jedoch auf recht ungewöhnliche Art. Bei der VPC-HD2000 kann der Benutzer die ISO-Empfindlichkeit manuell einstellen – genauso wie bei einer Fotokamera. Ein paar andere Hersteller haben damit begonnen, dieses Feature für Einzelbilder anzubieten, aber bei der HD2000 funktioniert es auch im Video-Modus. Will man den Lichtfaktor für Lowlight-Situationen erhöhen, kann man die ISO-Empfindlichkeit von ISO 50 bis ISO 1600 variieren. Es gibt sogar eine ISO 3200-Einstellung, aber die funktioniert nur bei Fotoaufnahmen. Im Video-Modus ist sie mit der ISO 1600-Einstellung identisch.
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| ISO-Einstellung bei der VPC-HD2000 |
Panasonic ist der einzige andere Hersteller, der Benutzern Zugriff auf Gain-Kontrolle ermöglicht. Bei manchen Panasonic-Camcordern kann der Lichtfaktor verstärkt werden, wenn die Blende völlig geöffnet ist. Aber nur bei Sanyo kann der Gain-Faktor völlig unabhängig eingestellt werden.
Farb- & Bildfunktionen (4,5)
Die VPC-HD2000 hat nur eine Bildfunktion. Zu finden ist sie im Optionsmenü, wo zwischen Normal, Lebhaft, Weich und Weich & Lebhaft ausgewählt werden kann. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildfunktionen sind kaum wahrnehmbar. Eine ausführlichere Beschreibung ist im Abschnitt Farbwiedergabe zu finden.
| Farb-/Bildfunktion | Beschreibung |
| Bildeinstellungen | Normal, Lebhaft, Weich, Weich & Lebhaft |
Sonstige Bedienelemente (2,0)
Sanyo bietet eine gute Auswahl der traditionellen manuellen Bedienelemente an, aber wir waren überrascht, dass die HD2000 ein paar besonders bei Profis beliebte Features einfach unter den Tisch fallen lässt – zum Beispiel Zebramuster, Führungslinien und Histogramme.
| Funktion | Beschreibung |
| Rauschunterdrückung | An, Aus (separate Rauschunterdrückung für Fotos) |
| Supermakro | Nahaufnahmemodus (Scharfstellung eines Motivs im Bereich von 1 cm bis 1 m) |
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